Dienstag, 27.10.2009

Ersatzteil-Piraten in der Lada-Kanalisation gestellt

Togliatti. Vom Regen in die Traufe: Zum zweiten Mal in zwei Monaten ist auf dem Gelände des Autowerkes Avtovaz eine Diebesbande gestellt worden, die gestohlene Autoteile „verschiffen“ wollte – und zwar mit Schlauchbooten durch die Kanalisation der Autofabrik.

Vier Männer wurden am Sonntag Morgen um 6 Uhr vom Werkschutz direkt in der Regenwasser-Kanalisation des riesigen Werksgeländes gestellt, berichtete die Polizeibehörde des Gebietes Samara. Mit drei Gummibooten wollten die Diebe 105 Säcke mit Auto-Teilen wegschaffen. Der Wert der Beute wurde mit 1,2 Mio. Rubel (ca. 27.500 Euro)

Bereits im August waren zehn Personen festgenommen worden, die auf diese Weise versuchten, im Werk abgezweigte Autoteile durch das über zwei Kilometer lange Rohrsystem vom Avtovaz-Gelände zu schaffen. Das nächtliche Treiben der Kanalisations-Schiffer war aufgeflogen, nachdem eine Polizeistreife nächtens auf dem Werksgelände einen Mann in hohen Gummistiefeln gestellt hatte.

Damals waren aber nur Ersatzteile im Wert von 200.000 Rubel sichergestellt worden. Als Anführer der Gruppe wurde ein 66-jähriger ermittelt, der auf einem benachbarten Firmengelände als Wachmann arbeitete.

Die Ermittler hatten schon damals Anhaltspunkte, dass es noch eine weitere Gruppe von Dieben geben muss, die auf diese originelle Weise Lada-Teile vom Gelände des in schweren wirtschaftlichen Nöten steckenden Autokonzerns exportiert.

Wie groß der in der Vergangenheit von den Ersatzteil-Piraten angerichtete Schaden insgesamt ist, lässt sich noch nicht beziffern.