Donnerstag, 03.05.2012

Eurovision: Armenien zahlt Strafe wegen Baku-Boykott

Genf. Armenien muss der Europäischen Rundfunkunion (EBU) Strafe zahlen, weil das Land die Teilnahme am Eurovision Song Contest im Aserbaidschan boykottiert. Jerewan muss das Spektakel „live und ohne Unterbrechung“ übertragen.
Armenien hatte Anfang März seine Teilnahme in Baku abgesagt. Grund ist der Konflikt mit dem Nachbarland um die Region Berg-Karabach, die sich zu Armenien gehörig fühlt, aber Teil Aserbaidschans ist. Die EBU hatte nach der Entscheidung Armeniens ihre „Enttäuschung“ kundgetan.

Dabei bleibt es aber nicht. Nun wurde beschlossen, den Verweigerer zu bestrafen. Annika Nyberg-Frankenhäuser, PR-Direktorin der EBU, erklärte am Donnerstag in Genf, Armenien müsse den Beitrag für die Teilnahme an dem Musikwettbewerb und darüberhinaus 50 Prozent der Beitragssumme als Strafe bezahlen. Eine konkrete Geldsumme nannte sie nicht.

Darüberhinaus wird Armenien verpflichtet, das Finale „in Direktübertragung und ohne Unterbrechungen“ im Fernsehen zu übertragen. Im Falle der Weigerung drohe „ein Ausschluss vom Wettbewerb im Jahre 2013“.

„Es gibt ein Reglement, laut dem ein Land, das sich zur Teilnahme angemeldet hat, nach Ablauf einer bestimmten Frist seine Entscheidung nicht mehr zurücknehmen darf“, so Nyberg-Frankenhäuser. Armenien habe sich daran nicht gehalten.