Dienstag, 07.04.2009

Flugzeug glücklich gelandet – aber Fluglotse tot

Rostow-am-Don. Ein russischer Fluglotse ist direkt am Arbeitsplatz tot zusammen gebrochen. Mit letzter Kraft soll er noch einen den Flughafen von Rostow-am-Don anfliegenden Jet heil auf den Boden gebracht haben.

Der 55-jährige Fluglotse Nikolai Kopylow hatte vor Beginn seiner Schicht auf dem Tower noch die in Russland für Flugpersonal übliche medizinische Begutachtung durchlaufen und sich gut gefühlt.

Während er einem anfliegenden Passagierflugzeug die notwendigen Kommandos gab, habe sich der Lotse jedoch plötzlich an die Brust gegriffen, berichteten Kollegen. Bevor er das Bewusstsein verlor und vom Stuhl kippte, hatte die Maschine heil aufgesetzt.

Während Kollegen und Sanitäter versuchten, den Mann zu retten, hätte sich aber für etwa zehn Minuten niemand um den Luftverkehr gekümmert, berichteten hinterher Mitarbeiter des Rettungsdienstes der Internetzeitung „Life.ru“. Der Fluglotse war jedoch nicht mehr zu reanimieren.

Die russische Fluglotsengewerkschaft forderte nach dem Todesfall, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Nervenprobleme als Berufskrankheiten des Tower-Personals anzuerkennen.

Das Durchschnittsalter der Fluglotsen nähere sich 50 Jahre an, was das für diesen Berufsstand eigentlich vorgesehene Pensionsalter sei. Viele Lotsen würden danach jedoch weiter arbeiten, da ihre Renten sehr niedrig ausfielen.