Mittwoch, 31.12.2008

Gaskrieg wird doch heiß: Abschaltung vs. Erpressung

Kiew/Moskau. Trotz der Zahlung von 1,5 Mrd. Dollar ist der Konflikt um die russischen Gaslieferungen an die Ukraine nicht beigelegt. Gazprom droht für 10 Uhr am Neujahrsmorgen die Abschaltung der Belieferung an. Naftogas kündigte seinerseits an, „herrenloses“ Gas in den Transitleitungen nach Westeuropa zu beschlagnahmen.
Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte, die Ukraine habe ihre Schulden nicht getilgt. Wenn bis Mitternacht keine Einigung erzielt sei, werde um 10 Uhr morgens die Belieferung der Ukraine eingestellt.

Naftogas teilte seinerseits in einem Schreiben an Gazprom mit, dass es wegen des Fehlens eines neuen Transitvertrags keine Basis für eine weitere Durchleitung russischer Lieferungen an die EU-Staaten mehr gebe. Man behalte sich deshalb vor, derartige Gasmengen als herrenlos zu beschlagnahmen. Seitens Gazprom wurde dies als Erpressungsversuch bezeichnet.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wird nun doch nicht zu einem Blitzbesuch nach Moskau reisen, verlautete aus der ukrainischen Regierung.

Ein Gazprom-Sprecher wollte aber nicht ausschließen, dass sich beide Seiten „in den letzten Minuten vor Mitternacht“ noch über die neuen Bedingungen für die Belieferung der Ukraine wie auch des Gas-Transits nach Westeuropa einigen können.