Dienstag, 04.09.2007

Gazprom-Chef Miller nach drei Monaten wieder im Amt

Moskau. Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, ist gestern nach dreimonatiger Krankheitspause an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Russlands führendem Konzern hat die Abwesenheit des Chef nicht geschadet: Der Börsenwert stieg in dieser Zeit um 7 Prozent.
Miller war Anfang Juni wegen eines Nierenleidens in ein Krankenhaus eingewiesen worden und musste dann langwierig behandelt werden. Seine Stellvertreter – zu 85 Prozent der Zeit war dies Alexander Ananenkow – führten in dieser Zeit das Unternehmen durchaus erfolgreich, konstatiert heute die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“.

Neben der Aktienkurs-Entwicklung beweisen dies auch mehrere große Deals, die in Abwesenheit Millers von Gazprom (Gasprom) abgewickelt wurden: So übernahm Gazprom von BP uind TNK-BP deren Löwenanteil an den Kowyktinskoje-Gasvorkommen. Außerdem wählte Gazprom den französischen Konzern Total als 25-Prozent-Partner zur Ausbeutung des gigantischen Stockmann-Gasfeldes in der Arktis.

Darüberhinaus gelang es in einem „kleinen siegreichen Krieg“ mit Weißrussland die Zahlung von ausstehenden 456 Mio. Dollar für Gaslieferungen zu erzwingen.

Im Prinzip sei es ein gutes Signal, wenn ein Großkonzern auch ohne den obersten Chef sauber funktioniere, so Wirtschaftsexperten in dem Bericht.

Allerdings könne man im Falle des stark politisierten Geschäfts von Gazprom auch davon ausgehen, dass wirklich wichtige Entscheidungen in der Regierung oder der Präsidenten-Administration fallen, heißt es.

(ld/rufo/St.Petersburg)