Mittwoch, 10.08.2011

Geschäftsidee: Arbeiter zahlen für Fahrt ins Büro

Jekaterinburg. Eine ausgefallene Geschäftsidee versucht derzeit ein Unternehmer im Ural zu realisieren. Der Mann hat kurzerhand die Einfahrt zum Betriebsgelände privatisiert und kassiert Maut von den Angestellten. Die sind empört und klagen.
In Perwouralsk, einer Großstadt im Ural, knapp 40 Kilometer von Jekaterinburg entfernt, herrscht Empörung: Für die Einfahrt auf das Betriebsgelände eines ehemaligen Fuhrparks nimmt der Besitzer Geld.

Normale Pkw müssen 30 Rubel (0,75 Euro), Kleinlaster 50 Rubel (1,25 Euro), Lkw 100 Rubel (2,50 Euro) und Schwerlaster sogar 200 Rubel (fünf Euro) zahlen.

Der findige Unternehmer brachte zunächst sogar einen Schlagbaum an der Einfahrt an. Den hat die wutentbrannte Belegschaft aber schnell wieder abgerissen.

"Ich arbeite hier. Ich soll dafür zahlen, dass ich zur Arbeit fahre. Das halte ich prinzipiell für unlogisch", erklärte Anatoli Dyldin, einer der Arbeiter. Eine Klage der Mitarbeiter läuft.

Auf dem Gelände sind mehrere Firmen angesiedelt, die meisten stammen aus dem Speditionsbusiness. Das Gelände gehört aber der "Transportgesellschaft Perwouralsk".

Deren Generaldirektor erklärt die Einführung der Maut damit, dass sein Versuch, von den Firmen ein Entgelt für die Grundstücknutzung zu bekommen gescheitert sei. Darum habe er die Kosten auf deren Mitarbeiter umgelegt.