Donnerstag, 03.05.2007

Hackerangriffe lähmen Webseiten kritischer Medien

Moskau. Die Webseiten des Moskauer Radiosenders „Echo Moskaus“ wie auch der Zeitung „Kommersant“ sind wegen Hacker-Angriffen gegenwärtig nicht oder nur bedingt einsehbar. Beide Medien gehören mehr oder weniger direkt zum Gazprom-Medienimperium, berichten aber sehr offen und kritisch über das Geschehen in und um Russland.

Bei „Echo Moskaus“ begannen die Probleme bereits am 1. Mai. Unter der Masse von fiktiver Anfragen bei einer sogenannten DOS-Attacke brach der Server mit dem Webangebot des Senders zusammen, berichtet newsru.com. Am Donnerstag Morgen war die Seite www.echo.msk.ru dann erneut nicht zugänglich.

Am Donnerstag morgen war auch das Webangebot der führenden russischen Zeitung „Kommersant“ (www.kommersant.ru) vorübergehend nicht abrufbar. Hier begann der Hackerangriff gestern gegen 15 Uhr. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung war die Webseite wieder funktionsfähig.

Der Chefredakteur der Web-Ausgabe Pawel Tschernikow vermutet einen Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Stenogramms des Verhörs von Boris Beresowski in London durch russische Ermittler im Fall Litwinenko.

Hacker-Angriffe auf ihre Web-Ressourcen beklagte in den letzten Tagen auch die estnische Regierung. Spuren des Angriffs hätten in staatliche russische Stellen geführt, hieß es dazu aus Tallinn.

(ld/rufo/St.Petersburg)