Donnerstag, 12.08.2010

Hitze legt in Russland Ausgabe biometrischer Pässe lahm

Moskau. Russlands Rekord-Hitzewelle hat auch Folgen in Bereichen, die eigentlich vom Klima nicht abhängig sein sollten: So ist die Ausgabe der neuen biometrischen Reisepässe ins Stocken geraten – weil es einem Server zu warm wurde.
Einziger Hersteller der Pässe neuen Stils ist in Russland das Forschungsinstitut „NII Woschod“. Dort haben sich inzwischen 140.000 unbearbeitete Passanträge aufgehäuft. Ursache ist ein Ausfall des Servers, auf dem die Daten der Antragsteller gespeichert sind.

Nach Angaben der Pressestelle des Instituts fiel vor einer Woche in der größten Hitze die Klimaanlage aus. Daraufhin kam es zu einer Überhitzung des Servers. Die Daten der Bürger seien dabei aber nicht verloren oder beschädigt worden.

Die Agentur Interfax zitiert hingegen einen Informanten, wonach der auf dem Institutsgelände stehende Server des Föderalen Migrationsdienstes (FMS) auf andere Weise durch einen Defekt der Klimaanlage schachmatt gesetzt wurde: Als diese den Geist aufgab, sei Kondenswasser in die Computer gelaufen.

Wie der FMS mitteilte, können Personen, die dringend verreisen müssen, wegen der Panne gegenwärtig auch einen herkömmlichen Reisepass erhalten. Diese werden in Russland nach wie vor ausgegeben, sind aber nur fünf Jahre gültig.

Mit der Ausgabe biometrischer Pässe wurde im März 2010 begonnen. Sie sind zehn Jahre gültig, kosten aber mit 2.000 Rubel Passgebühr auch das Doppelte wie die Pässe alten Stils.