Donnerstag, 22.09.2011

Idee für „Königsberg“-Referendum löst Protest aus

Moskau. Königsberg oder Kaliningrad - ein mögliches Referendum über die Rückbenennung des einst deutschen Gebietes im Baltikum hat in Russland Proteste ausgelöst. Falls der alte Name wieder eingeführt werde, bedeute dies Russlands Ende, sagte das kommunistische Duma-Mitglied Wladimir Nikitin.
Laut Nikitin wäre eine Umbenennung Kaliningrads der erste Schritt zur Abspaltung der Ostsee-Exklave. Auch russische Ultranationalisten zeigten sich empört angesichts der Idee, die Namensfrage zur Abstimmung zu stellen.

Der Kaliningrader Gouverneur Nikolai Zukanow habe sich bei einem Treffen europäischer und russischer Parlamentsangeordneter in Warschau grundsätzlich für eine Volksbefragung ausgesprochen. Nach ersten Protesten ruderte der Politiker inzwischen aber zurück und bezeichnete die Frage als "nicht aktuell".

Die Diskussion über den Namen der Stadt wie auch des als russische Exklave zwischen Litauen und Polen an der Ostsee liegenden Gebietes läuft bereits seit Jahren. Befürworter einer Rückbenennung kritisieren, der aktuelle Name erinnere an einen sowjetischen Kriegsverbrecher.

Das Gebiet Königsberg war nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Sowjetunion zugeschlagen und kurz darauf nach dem nominellen ersten sowjetischen Staatsoberhaupt Michail Kalinin (1875-1946) benannt worden.

(dpa)