Donnerstag, 13.10.2011

Kreml-Partei will 50 bis 65 Prozent bei Duma-Wahlen

Moskau. Die Partei „Einiges Russland“ hat sich für die Parlamentswahlen am 4. Dezember das Ziel gesetzt, überall mindestens 50 Prozent der Stimmen zu holen. In den „starken“ Regionen werden aber mind. 65 Prozent angepeilt.
Laut der Zeitung „Wedomosti“ hat die russische Präsidentenverwaltung der „Macht-Partei“ für das ganze Land die Marschrichtung ausgegeben, überall mindestens 50 Prozent der Wählerstimmen einzuheimsen. In „starken“ Regionen (Moskau, die Wolga-Städte und die Kaukasus-Teilrepubliken) sollten im Schnitt sogar mindestens 65 Prozent geholt werden.

In Moskau hatte ER 2007 66,25 Prozent auf sich vereinigen können, in Baschkirien lag die Ausbeute sogar bei 83 Prozent. Republik-Präsident Rustem Chamitow hat nach Informationen des Blattes auf einer Regierungssitzung seinen Beamten mit Entlassung gedroht, sollte die Kreml-Partei am 4. Dezember schlecht abschneiden.

Als „schwache“ Region zählt übrigens Russlands „zweite Hauptstadt“ St. Petersburg. 2007 war ER dort auf 50 Prozent der Stimmen gekommen. Vitali Milonow, Abgeordneter der „Einigen Russen“ in der Gesetzgebenden Versammlung, sieht das Erreichen von 65 Prozent als utopisch an.

Optimistische Prognosen seien nach unten korrigiert worden, nachdem klar war, dass nicht Wladimir Putin, sondern Dmitri Medwedew die ER-Kandidatenliste anführen werde, heißt sein Argument. Medwedews nicht sehr sicheres Auftreten als „Partei-Lokomotive“ ist in den russischen Medien schon öfters diskutiert worden.