Montag, 25.06.2012

Kulturminister erzählt Putin-Witze auf seiner Webseite

Moskau. Auf der persönlichen Webseite des unlängst zum Kulturminister ernannten Historikers Wladimir Medinski findet sich Ungeheuerliches: Unter den dort unter anderem aufgeführten Witzen sind auch solche über Putin - und sogar den Patriarchen.

Medinski äußerte sich bisher nicht dazu, ob er die politischen Witze in seiner Web-Sammlung nach seiner Ernennung zum Regierungsmitglied bewusst keiner Säuberung unterzogen hat, um die in Russland herrschende Meinungsfreiheit zu demonstrieren – oder ob es ihm jetzt vielleicht doch peinlich ist, dort Spott über seine neuen Vorgesetzten Putin und Medwedew verbreitet zu haben.

Einige Kostproben aus der Medinski-Sammlung auf medinskiy.ru:

„Der russische Präsident hat versprochen, dass in Russland die Straßen in Kürze genauso sein werden wie in Deutschland. Aus diesem Grund wurden die ersten 200 Bulldozer nach Deutschland geschickt.“

„Wladimir Putins Tochter will studieren. Der Wettbewerb ist gewaltig: 40 Institute auf einen Studienplatz.“

Besonders pikant ist ein Witz, der in der gegenwärtigen gereizten Stimmung um die besondere Schutzwürdigkeit der russisch-orthodoxe Kirche als erneute lästerliche Beleidigung von Glauben, religiösen Gefühlen und des Patriarchen persönlich missverstanden werden könnte:

„Und dann haben sie gezeigt, wie Putin mit seinem Wolga fährt. Mit dem Patriarchen Kirill …“ – „Ach, normale Leute kleben sich eine Ikone ins Auto…“