Freitag, 21.08.2009

Lehrer gegen Religionsunterrricht und Kreml-Politik

St.Petersburg. Russische Lehrer fordern von Präsident und Regierung, auf die Einführung von Religions- und Ethik-Unterricht zu verzichten. Auch müsse die neue einheitliche Universitätszulassungsprüfung wieder abgeschafft und der Kurs in der Bildungspolitik überhaupt grundsätzlich korrigiert werden.
Die Resolution des ersten "Allrussischen Pädagogikforums" in St.Petersburg wurde im Internet veröffentlicht.

Das in den letzten Jahren praktizierte "ökonomische" Modell in der Bildungspolitik habe zwar die Kosten im Bildungswesen gesenkt, schreiben die Lehrer, aber die Bildungschancen für alle vermindert. In kleineren russischen Städten und Dörfern nehme die Zahl der Schulen verhängnisvoll ab.

Die Einführung der neuen Universitätzulassungsprüfung habe dazu geführt, dass die Schulen keine Bildungs- und Erziehungsarbeit mehr leisten können. Es würden nur noch Schüler "am Fliessband" produziert, die Fragebögen ausfüllen können, von denen man aber nicht wisse, von wem und zu welchem Zweck sie formuliert wurden.

Die von Präsident Dmitri Medwedew vor kurzem angekündigte Einführung von Religions- und Ethik-Unterricht sei verfassungswidrig und kurzsichtig, kritisiert der Pädagogenkongress.

Derartige Entscheidungen dürften nicht auf Amtskorridoren getroffen werden, es müsse vielmehr immer eine gründliche Diskussion unter Fachleuten geben, melden die Lehrer ihre Mitsprachewünsche an.