Mittwoch, 24.05.2006

Lukaschenkos Rache: Luftraum gesperrt

Alexander Lukaschenko will es den USA zeigen (Foto: Djatschkow/.rufo)
Moskau. Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hat angekündigt, den Luftraum seines Landes für westliche Airlines zu sperren. „Sollen sie über das Baltikum oder die Ukraine fliegen“, erklärte er.
„Vielleicht verlieren auch wir etwas, aber wir müssen ihnen unseren Stolz zeigen“, so Lukaschenko bei einer Rede zur Lage der Nation. Von dem Überflugsverbot sollen zunächst kanadische und US-amerikanische Flugzeuge betroffen sein. Die jährlichen Verluste an entgangenen Überfluggebühren schätzen die weißrussischen Behörden auf etwa 200.000 Dollar.

Spießrutenlaufen auf dem Weg nach Kuba


Die Luftfahrt-Behörden beider Länder hatten unlängst eine Kuba-Reise des weißrussischen Premierministers Sergej Sidorski zum Spießrutenlaufen gemacht. Zunächst durfte die Regierungsmaschine mit Sidorski, gegen den die EU, Kanada und die USA wegen der massiven Wahlfälschungen ein Einreiseverbot verhängt hatten, nicht Kanada zum Auftanken zwischenlanden. Auf der Rückreise erhielt das Flugzeug dann keine Überflugerlaubnis für die USA mehr.

Schließlich hatte Sidorski noch eine Erlaubnis zur Zwischenlandung auf Island erhalten. Die erniedrigende Bedingung dafür war jedoch, dass kein Mitglied der Regierungsdelegation das Flugzeug verlassen durfte.

Die Ansicht, sein Land sei international isoliert, weist der autoritäre Präsident, in der westlichen Presse oft als „letzter Diktator Europas“ bezeichnet, kategorisch zurück. „Wir haben gute Beziehungen zu China, Indien, den Staaten der GUS und - von einigen Nuancen abgesehen auch zu unseren Nachbarn“, sagte er bei seiner Rede.

(kp/.rufo)