Mittwoch, 16.01.2013

Maria Aljochina von Pussy Riot ohne Haftaufschub

Perm. Maria Aljochina von Pussy Riot wird nicht vorzeitig entlassen. Sie wollte ihre Haft bis zum 14. Lebensjahr ihres Kindes ausgesetzt haben Das Gericht lehnt den Antrag ab. Das Urteil kann angefochten werden.
Maria Aljochinas Sohn ist fünf Jahre alt. In der russischen Prozesspraxis hat es mehrere Fälle gegeben, in denen Mütter von minderjährigen Kindern eine Haftaussetzung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres des Kindes erreicht haben.

Aljochina wird dieses Recht nicht gewährt, entschied am Mittwoch ein Gericht nahe Perm. Aljochinas Sohn sei in guter Obhut bei den Eltern der Mutter, hatte der Staatsanwalt schon vor der Urteilsverkündung gesagt.

In der Urteilsbegründung heißt es jetzt: „Das Gericht hat das minderjährige Kind beim ersten Urteilsspruch berücksichtigt. Es haben sich keine neuen mildernden Umstände aufgetan.“

Mit diesem Urteil hat ein ähnlicher Antrag von Nadeschda Tolokonnikowa, die in einem Lager in Mordowien einsitzt, kaum Chancen auf Erfolg. Jekaterina Samuzewitsch, die dritte Frau der Punkrock-Band, hatte im August 2012 eine Strafe auf Bewährung bekommen.

Alle drei hatten wegen eines „Punk-Gebets gegen Putin“ in der orthodoxen Hauptkirche Russlands wegen „religiös motivierten Rowdytums“ vor Gericht gestanden und eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren bekommen.