Freitag, 11.09.2009

Medwedew: Bier gibt es nur noch in kleinen Dosen

Moskau. Russlands Präsident Dmitri Medwedew entzieht den Russen die Bierflasche - zumindest die große. Schwach alkoholische Getränke sollen nur noch in Abfüllungen bis zu 0,33 Liter verkauft werden.
Fünf-Liter-Flasche ade. In den letzten Jahren wurden die Abfüllungen für Bier immer größer. Aus den 1,5-Liter-Flaschen füllten die Brauereien in Zwei- und Dreiliterflaschen um. Zuletzt gab es sogar Fünfliterflaschen.

Mit den Verpackungen stieg auch der Verbrauch in den letzten Jahren regelmäßig an. Der Höhepunkt wurde 2007 erreicht, als in Russland 115 Millionen Hektoliter Bier gebraut wurden. Damit ist Russland nicht führend beim Biergenuss pro Kopf, allerdings erfreut sich in Russland auch Wodka nach wie vor großer Beliebtheit.

Nun will Medwedew mit administrativer Kontrolle die Trinksucht der Russen eindämmen. Zuletzt hatte er bereits eine gesetzliche Gleichstellung von stark und schwach alkoholischen Getränken angekündigt - mit der Folge, dass auch Bier und alkoholische Cocktails künftig in der TV-Reklame ganz verschwinden könnten.

Nun will er mit kleineren Verpackungen der Sauferei zusätzliche Barrieren aufbauen. Der Gedanke: Es ist deutlich umständlicher (und teurer) neun kleine Fläschchen oder Dosen a 0,33 Liter zu kaufen, als eine Dreiliterflasche.

Ob die Übung ihren Zweck erreicht, ist nach Ansicht von Experten allerdings fraglich. Immerhin ist bereits in den 80er Jahren eine Anti-Alkoholkampagne unter Staatschef Michail Gorbatschow grandios gescheitert.