Montag, 20.06.2011

Mistral: Hubschrauberträgerkauf mit Paris perfekt

St. Petersburg. Nach zähen Verhandlungen haben Russland und Frankreich den Kauf zweier Hubschrauberträger des Typs Mistral an Moskau besiegelt. Damit erwirbt Russland erstmals Kriegsschiffe von einem Nato-Land.
Zwei weitere Schiffe desselben Typs darf Russland in Lizenz selbst bauen. Der Kaufvertrag, der am Freitag in Anwesenheit von Kremlchef Dmitri Medwedew am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg unterzeichnet wurde, habe einen Wert von 1,2 Milliarden Euro, teilte der russische Schiffbauer OSK nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Das Geschäft ist stark umstritten: Die USA warnen vor einem Transfer westlicher Verteidigungstechnologie an Russland. Die baltischen Nato-Mitglieder befürchten, dass Russland dadurch seine Macht im Ostseeraum ausbaut. Hingegen hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Moskau, die Mistral sollten im Pazifik eingesetzt werden.

Frankreich werde Russland auch Militärtechnik überlassen, sagte OSK-Chef Roman Trozenko dem russischen Staatsfernsehen. Russische Unternehmen seien beim Bau der ersten beiden Schiffe in der Werft STX France zu 40 Prozent beteiligt.

Auch Deutschland, Finnland und Dänemark arbeiteten an dem Projekt mit, sagte Trozenko. Details nannte er nicht.

(dpa)