Montag, 30.04.2007

Moskauer Polizei: Keine Garantie für Botschaft Estlands

Moskau. Die estnische Botschafterin in Moskau Marina Kaljurand hat ihre russischen Mitarbeiter angewiesen zu Hause zu bleiben. Sie begründete das mit Verweis auf Aussagen der Moskauer Polizei, die nicht für die Sicherheit der Botschaftsmitarbeiter garantieren kann.
„Die Polizei sagt ganz offen, dass sie nicht für die Sicherheit unserer Mitarbeiter garantieren kann“, so Kaljurand gegenüber russischen Online-Medien. Die Botschafterin teile außerdem mit, dass sich die Situation vor der Botschaft weiter zuspitze.

Der estnische Präsident hat Russland vorgeworfen, gegen die Wiener Konvention zu verstoßen. Die Konvention verpflichtet die Gastgeberländer dazu, ausländischen diplomatischen Missionen ihre Arbeit störungsfrei zu ermöglichen.

„Das, was sich im Zentrum Moskaus rund um die Botschafts Estlands abspielt, kann man getrost als Psychoterror bezeichnen", so der Präsident.
Seit Ende vergangener Woche demonstrieren rund um die estnische Botschaft in Moskau Mitglieder der Jugendorganisation „Molodaja gwardija“ der russischen Regierungspartei „Jedinaja Rossija“. Sie schwenken Fahnen und skandieren Losungen, wie: „Der Sieg meines Großvaters ist auch mein Sieg!“ oder „Hitler – Estlands Vorbild!“

Die Online-Redaktion des Radiosendes „Echo Moskaus" berichtet, dass die Demonstranten die Zugänge zur Botschaft vollständig blockiert hätten. Nicht einmal Journalisten, die sich ein Visum besorgen wollten, um aktuell aus Estland zu berichten, könnten die Reihen der Partei-Jugendorganisationen passieren.
Die Polizei, so berichtet „Echo Moskaus", sehe indessen tatenlos zu.




(cj/.rufo/Moskau)