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Dienstag, 30.10.2007
Mysteriöser Journalistentod in Russland neu aufgerollt
Moskau. Die russischen Behörden rollen den Fall eines ermordeten Journalisten neu auf. Das Ermittlungskomitee der Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen im Fall Juri Schtschekotschichin wieder aufgenommen. Der Abgeordnete und Journalist der „Nowaja Gaseta“ war vor vier Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.
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Schtschekotschichin starb am 3. Juli 2003 im Alter von 53 Jahren. Drei Wochen zuvor hatte er erste Krankheitssymptome gezeigt und wurde am 21. Juni ins Krankenhaus eingeliefert. Offizielle Todesursache war eine heftige allergische Reaktion, allerdings konnten die Ärzte nie herausfinden, worauf der Journalist allergisch reagiert hatte.
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Freunde und Kollegen Schtschekotschichins bezweifelten diese Version und verwiesen darauf, dass der Bürgerrechtler nicht unter Allergien gelitten habe.
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Die Staatsanwaltschaft legte den Fall nach kurzer Zeit zu den Akten und erklärte, Schtschekotschichin sei eines natürlichen Todes gestorben. Nun sind offensichtlich im Zusammenhang mit der Litwinenko-Affäre auch bei den Behörden Zweifel an der Version aufgetaucht.
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Einer Forderung der „Nowaja Gaseta“ nach Wiederaufnahme der Ermittlungen wurde stattgegeben. Gleichzeitig betonte ein Behördensprecher, dass es bislang noch keine Hinweise auf eine radioaktive Verseuchung und Parallelen zum Fall Litwinenko gebe.
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Alexander Litwinenko, ein übergelaufener FSB-Agent, war im November 2006 in London gestorben, nachdem er mit radiaktivem Polonium vergiftet worden war. Litwinenko erklärte vor seinem Tod, der Kreml habe ihn beseitigt.
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Schtschekotschichin war stellvertretender Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“ und leitete die Abteilung Recherche, bei der auch die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja arbeitete. Er hatte über Korruption in den Reihen des Geheimdienstes FSB und beim Zoll berichtet.
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Seine politische Karriere begann er 1990 mit seiner Wahl zum Abgeordneten des Obersten Sowjet. Schtschekotschichin gehörte bis zu seinem Tod der liberalen Jabloko-Partei an.
(ab/epd/.rufo/Moskau)
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