Freitag, 14.12.2007

Patriarch Alexi gibt Russlands Führung seinen Segen

Moskau. Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II. hat die Entscheidung von Russlands Präsident Wladimir Putin, Dmitri Medwedew als seinen Wunschnachfolger zu präsentieren, als „wohlüberlegte Entscheidung“ begrüßt. Zugleich bat das Kirchenoberhaupt in einem Fernsehinterview am Donnerstag „den selbstlos seinem Land dienenden“ Präsidenten als Premierminister weiter an der Macht zu bleiben.
Es sei gewiss eine schwere Entscheidung für einen Mann, der acht Jahre lang Präsident und „nationaler Führer“ gewesen sei, ins zweite Glied zurückzutreten, meinte Alexi.

„Doch ich kenne Wladimir Wladimirowitsch (Putin) lange Zeit und weiß, dass er frei von persönlichem Ehrgeiz und Stolz ist, sondern stets seinem Land selbstlos gedient hat“, sagte der Patriarch. Daher sei er sicher, dass sich Putin zum „Wohle Russlands“ als Regierungschef zur Verfügung stelle.

Die russisch-orthodoxe Kirche nimmt seit längerer Zeit aktiven Anteil an der Tagespolitik. Im August hatte sie mit der „russischen Doktrin“ ein eigenes Entwicklungsmodell von Wirtschaft und Politik in Russland vorgestellt.

Vorwürfe einer zunehmenden Verschmelzung von Staat und Kirche wies das Moskauer Patriarchat stets zurück. Bislang allerdings hatten Kirchenvertreter trotz offensichtlich guter Beziehungen zum Kreml nicht offen dessen Politik propagiert.

(ab/epd/.rufo/Moskau)