Dienstag, 10.04.2012

Polen trauert zwei Jahre nach dem Kaczynski-Absturz

Warschau/Moskau. Polen begeht heute trauernd den zweiten Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Präsident Kaczynski im russischen Smolensk. Moskau verspricht Warschau unterdessen die Überstellung von Wrackteilen, weiteren Unfalldaten und die Errichtung einer Gedenkstätte.
Zwei Jahre nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des damaligen Präsidenten Lech Kaczynski in Russland hat Polen mit Gottesdiensten und Kranzniederlegungen der Katastrophe gedacht. Moskau erklärte sich am zweiten Jahrestag des Unglücks von Smolensk bereit, Warschau Wrackteile der Maschine zu übergeben.

Die russischen Behörden lieferten heute zudem weitere Untersuchungsergebnisse des Absturzes mit 96 Toten an Polen und sagten den Bau einer Gedenkstätte bei Smolensk zu. Bei dem Absturz am 10. April 2010 waren Kaczynski und seine Frau sowie fast die gesamte Armeeführung und Vertreter der politischen Elite Polens ums Leben gekommen.

Mitglieder der von Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw geführten nationalkonservativen Oppositionspartei «Recht und Gerechtigkeit» (PiS) legten vor dem Präsidentenpalast Blumen nieder und verlasen die Namen aller Opfer. In der Kirche des polnischen Militärs nahmen Präsident Bronislaw Komorowski und Regierungschef Donald Tusk an einem Gedenkgottesdienst teil.

Bereits gestern hatten sich mehrere hundert nationalkonservative und rechtsnationale Demonstranten vor der russischen Botschaft versammelt und die «Wahrheit» gefordert. Offiziell wird das Unglück auf Pilotenfehler und schlechte Wartung der Maschine zurückgeführt.

Die Tupolew Tu-154 war nahe Smolensk, rund 400 Kilometer westlich von Moskau, beim Landeanflug im Nebel zerschellt. Niemand überlebte. Die Delegation war auf dem Weg zu einer Gedenkfeier im westrussischen Katyn, dem Ort eines sowjetischen Massakers an Tausenden Polen im Frühjahr 1940.

(dpa)