Montag, 14.05.2012

Polizei räumt Zeltlager der Umweltschützer nahe Moskau

Moskau. Die Polizei hat ein Zeltlager von Umweltschützern in Schukowskoje nahe Moskau geräumt. Die Ökologen dort setzen sich gegen die Abholzung eines Waldstücks ein.
"Die Polizei hat gerade zusammen mit Gastarbeitern den Abriss des Lagers begonnen. Es ist ein ganzer Bus hier, sie haben das Lager umstellt und reißen es ab", erklärte die Umweltschützerin Natalja Snamenskaja.

Es geht um die Abholzung des Zagowski-Walds, ein größeres Waldstück östlich der russischen Hauptstadt. Offiziell dient die Abholzung Sicherheitsmaßnahmen, um die Stadt vor Waldbränden zu schützen, die in der Vergangenheit mehrfach das Gebiet Moskau heimgesucht haben.

Rund 14 Hektar Wald wurden bereits vernichtet, ehe die Umweltschützer einschritten und die Rodungsarbeiten für mehrere Monate unterbrochen werden mussten. In dem Gebiet soll eine neue Autobahn Richtung Ural verlegt werden.

Es sind nicht die einzigen Rodungsarbeiten, die die russische Öffentlichkeit in der jüngeren Vergangenheit in Aufregung versetzt haben: Im Nordwesten Moskaus wird für den Bau einer Autobahn zwischen Moskau und St. Petersburg der Chimki-Wald gerodet. Die Proteste dagegen haben sogar den damaligen Präsident Dmitri Medwedew zum Einschreiten bewogen. Inzwischen sind die Bauarbeiten aber wieder freigegeben.