Montag, 23.07.2012

Pornographievorwurf gegen russisches Facebook-Pendant

Murmansk. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Betreiber des sozialen Netzwerks Vkontakte wegen Pornographie. User von Vkontakte sollen pornographische Inhalte ins Netz gestellt haben. Die Duma hat die Gesetze in dieser Richtung zuletzt verschärft.
Die Anklage stammt von der Staatsanwaltschaft Murmansk. Die Ermittler beklagen die "illegale Passivität" der Betreiber, die nichts gegen das Heraufladen von Pornos unternommen hätten.

Die Ermittler fordern die "Vkontakte" GmbH dazu auf, den Inhalt ihrer Seiten besser zu überwachen und den Zugang dazu "schnell einzuschränken".

Die Klage stehe in Zusammenhang mit einem kürzlich ergangenen Urteil zur Verbreitung von Kinderpornographie, heißt es. Es gibt allerdings keine Angaben dazu, auf welches Urteil Bezug genommen wird.

Schon Mitte Juli hatte die Organisation "Kopfjäger" (kämpft eigenen Angaben nach gegen Pädophilie) bei Innenminister Wladimir Kolokolzew gegen Vkontakte geklagt.

Die Betreiber der Seite verwahrten sich allerdings gegen die Vorwürfe. Pornographie werde bei Vkontakte sowohl automatisch als auch per Hand gefiltert, teilten sie mit. Das Unternehmen arbeite dabei u.a. mit der "Liga für ungefährliches Internet" zusammen, heißt es.

Die Duma hat erst vor wenigen Wochen der Einführung "schwarzer Listen" im Internet zugestimmt. Die Listen sollen bis 1. November fertig sein. Eine Seite, die wegen jugendgefährdender Inhalte (neben Pornographie stehen auch Aufrufe zum Suizid und Drogenkonsum auf dem Index) auf die Liste gerät, soll demnach auch ohne Gerichtsbeschluss gesperrt werden können.