Mittwoch, 09.09.2009

Putin: Kein Treffen mit Netanjahu wegen Arctic Sea

Moskau. Israelische Zeitungen haben kolportiert, Premier Netanjahu sei zu Putin geflogen, um die angebliche Raketenladung auf der Arctic Sea zu erörtern. Putins Pressestelle dementiert derartige Gerüchte.
In der israelischen Presse wurde die 14-stündige Abwesenheit von Premierminister Benjamin Netanjahu am Dienstag damit erklärt, er sei nach Moskau geflogen, weil das von Piraten in der Ostsee gekaperte Schiff Arctic Sea anscheinend S-300-Raketensysteme in den Nahen Osten schmuggelte (Russland-Aktuell berichtete).

Putins Pressesprecher Dmitri Peskow dementierte diese Meldungen gegenüber ITAR-TASS. Im Terminkalender hätte sein Chef kein derartiges Treffen gehabt und er – Peskow – wisse auch nichts von solch einer Begegnung.

Immer abenteuerlicher


Die rätselhafte Entführung des Holzfrachters Arctic Sea bekommt immer mehr kuriose Erklärungsversuche. Die Gerüchteküche brodelt, aber die Version der israelischen Presse, hinter der Geschichte stehe ein versuchter Waffenschmuggel nach Syrien oder Iran, hinter den der Mossad gekommen sei, überflügelt alle bisherigen Annahmen.

Russlands Außenminister Lawrow hatte die Gerüchte bereits am Dienstag als „absolut unwahr“ zurückgewiesen und eine internationale Aufklärung der Umstände um die Kaperung des Schiffs und die anschließende lange Irrfahrt versprochen.