Dienstag, 14.07.2009

Putin will Schlupflöcher für Spielhöllen verschliessen

Moskau. Der russische Regierungschef Wladimir Putin will verhindern, dass auch nach dem Glückspielverbot in Russland Spielhöllen unter anderem Namen weiterfunktionieren. "Wir müssen überlegen, wie wir diese Schlupflöcher schliessen", sagte Putin.
Es gebe verschiedene Versuche, das Glückspielgeschäft in "maskierter" Form weiterzuführen, sagte Putin, obwohl seit dem 1.Juli in ganz Russland Glückspiel verboten ist.

Erlaubt sein sollen Kasinos, Pokerhallen, einarmige Banditen und sonstige Glückspieleinrichtungen nur noch in vier Sonderzonen in Russland, die im Gebiet Kaliningrad, im Fernen Osten bei Wladiwostok, im Altai-Gebirge und an der Grenze zwischen dem Gebiet Rostow und dem Gebiet Krasnodar eingerichtet werden sollen.

Obwohl das entsprechende Gesetz bereits drei Jahre alt ist, ist in den neuen Glückspielzonen noch kein einziges Casino gebaut worden, offensichtlich in der Hoffnung, das Verbot auch anders umgehen zu können.

Kasinos und Glückspielsäle waren bisher die bequemsten Geldwaschanlagen und machten Milliardenumsätze.

Ein Weg, das Verbot zu umgehen, sei es, sagte Putin, Poker-Wettbewerbe als Sportveranstaltungen zu tarnen. Es werde in Kürze eine entsprechende Verordnung des Sportministeriums geben, mit der das untersagt werden soll.

Einarmige Banditen wurden in "Lottoautomaten" umgetauft, Spielhallen in "Internetklubs"



Tatsächlich haben in vielen russischen Städten die Spielhallen zum Teil nur die Aushängeschilder geändert. In vielen neuen "Internetklubs" sind Batterien von "Lottoautomaten" installiert, ohne dass die örtlichen Behörden dagegen vorgehen. Der Himmel ist hoch, der Zar ist weit.