Donnerstag, 06.10.2011

Raketenabwehr der USA: Moskau verärgert wegen Spanien

Moskau. Das russische Außenministerium hat in recht scharfer Form den Entschluss Spaniens kritisiert, sich dem amerikanischen Raketenabwehrsystem in Europa anzuschließen. Die US-Praxis des „Schaffens von Fakten“ sei nicht annehmbar.
Gestern hatte der spanische Ministerpräsident Jose Zapatero angekündigt, dass ab 2013 vier US-Kriegsschiffe mit dem Mehrzweck- Raketensystem Aegis und Abwehrraketen des Typs SM-3 in der US-Flottenbasis Rota bei Cadiz stationiert werden.

Der amerikanische Ansatz des zum Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Europa sei beunruhigend, weil schon in der ersten Phase eine wesentliches anwachsen des US-Raketenabwehrpotentials im europäischen Raum stattfinde, heißt es in einer Erklärung des russischen Außenministeriums.

Die von den USA angewandte Praxis des Schaffens von Fakten sei für Russland nicht annehmbar, da sie ohne gemeinsame Erörterungen und der Berücksichtigung aller interessierter Staaten von statten gehe. Derartige Entscheidungen seien jedoch für die Sicherheit und Stabilität im europäisch-atlantischen Raum bedeutend, hieß es in Moskau.

Wenn sich die Ereignisse weiter in dieser Richtung entwickelten, so das russische Außenministerium, könnte die erst im letzten November auf dem Nato-Russland-Gipfel in Lissabon getroffenen Fortschritte hinsichtlich der Zusammenarbeit bei der Schaffung eines europäischen Raketenabwehr-Systems wieder verloren gehen.