Freitag, 20.04.2012

Rogosin: Russland kauft keine ausländischen Waffen mehr

Moskau. Russland wird in Zukunft keine Rüstungseinkäufe im Ausland mehr tätigen. Dies erklärte der für die Rüstungsbranche zuständige Vizepermier Dmitri Rogosin. Allenfalls sollen Technologien angekauft werden, um dann im Land neue Waffen-Produktionen aufzubauen.

Verträge wie jener für den „Mistral“ werde es nicht mehr geben, sagte Dmitri Rogosin gegenüber der Zeitung „Kommersant“. Moskau hatte 2011 mit Frankreich einen Kaufvertrag über zwei Hubschrauberträger geschlossen. Zwei weitere Schiffe der Baureihe sollen dann in Russland gebaut werden.

Der Export bleibe für die russische Rüstungsbranche weiterhin aufgrund des „hamronischen Preis-Leistungs-Verhältnisses“ ein wichtiges Standbein. Die Hersteller von Schusswaffen und Munition hätten die letzten beiden Jahrzehnte auch nur aufgrund des Auslandsgeschäftes überlebt.

Für sie hätte sich das existenzgefährdende Problem ergeben, dass nach der Sowjetzeit alle Lager des Militärs mit Munition randvoll gefüllt gewesen seien – Neueinkäufe könnten bis jetzt von der Armee nicht getätigt werden, weil sie schlichtweg nirgends untergebracht werden könnten.

Dennoch würde jetzt in Tula laut Rogosin „nach dem letzten Stand der Technik“ eine neue Patronen-Fabrik gebaut. Dies sei effektiver als die Nutzung oder Modernisierung des alten Munitionsfabriken, da neue Anlagen kompakter und leistungsfähiger seien.

Die alten Waffenfabriken aus der Sowjetzeit seien so überdimensioniert, dass "man die Decke nicht sieht, wenn man nach oben schauå", so der Vizepremier. „In solchen Werkshallen sollte man Flugzeugträger bauen und keine Maschinengewehre. Es ist unmöglich, sie zu beleuchten, zu beheizen und auszulasten. Wieviel Bestellungen man so einem Werk auch gibt, es wird immer defizitär bleiben“.

Die sowjetischen Rüstungsgiganten sollten deshalb besser in Wirtschaftsbereiche umprofiliert werden, die ihren Dimensionen entsprechen, so Rogosin.