Mittwoch, 08.08.2007

Russisch-orthodoxer Kirchen-Bau-Boom

St. Petersburg. In Russland schießen die Zwiebeltürme neu erbauter russisch-orthodoxer Kirchen wie Pilze aus dem Boden. Die Bauarbeiten kommen meist nur langsam voran, da die meisten Gemeinden die Kosten selber tragen müssen.
Die goldenen Zwiebeltürme russisch-orthodoxer Kirchen bilden nicht nur in einfachen Dörfern das Ortszentrum. Auch den anonymen und oft hässlichen Neubauvierteln Petersburgs verleihen sie ein Gesicht. Neben Kirchen anderer Konfessionen, darunter eine Moschee, ein buddhistischer Tempel und mehrere Synagogen, zählt Petersburg an die 300 russisch-orthodoxe Kirchen.

Viele Gotteshäuser werden renoviert oder von Lagerhäusern, Betriebsgebäuden und Kulturpalästen in die sie nach der Revolution verwandelt worden waren, wieder zu Kirchen umgebaut. Ein bekanntes Beispiel ist die lutherische Petrikirche am Newski-Prospekt, die in der Sowjetzeit als Schwimmbad benutzt wurde – sie ist mittlerweile wieder ein Gotteshaus. Viele andere verstaatlichten Gebäude und Grundstücke werden an die Kirche zurückgegeben, und es entstehen viele Neubauten.

Eine von ihnen ist die Kirche der Ikone der Herrscherin Gottesmutter, die seit zehn Jahren neben dem 122. Krankenhaus im Norden Petersburgs gebaut wird. Da die Gemeinden wenig oder gar kein Geld zum Bau besitzen, werden die Gebäude Stein für Stein aufgebaut. Spender können symbolisch einen Stein bezahlen, der ihren Namen tragen wird. Der Gottesdienst findet bis heute im Keller statt, doch der Bau ist bereits fortgeschritten. Mit einem Festgottesdienst wurde kürzlich die Kuppel mit Kreuz auf dem Kirchenturm eingeweiht.

Eugen von Arb hat sich mit der Kamera aufgemacht, um das Aufsetzen der Kuppel für Russland-Aktuell abzulichten.

(eva/.rufo)

Zur Fotogalerie „Russland im Kirchen-Bau-Boom geht’s hier >>>