Freitag, 27.11.2009

Russland holt giftigen Raketenbrennstoff aus Ukraine

Moskau. In der Ortschaft Kalinowka im Westen der Ukraine ist ein Eisenbahntransport für die Ausfuhr des hochgiftigen Raketenbrennstoffs Dimethylhydrazin zusammengestellt worden. 500 Tonnen des Gemischs werden nach Russland verfrachtet, wo sie verarbeitet werden sollen.
Insgesamt lagern rund 16.000 Tonnen der Mixtur, die im russischen ironischerweise Melange heißt, in der Ukraine. Die Bestände stammen noch aus Sowjetzeiten.

Dymethyhydrazin ist eine aggressive Flüssigkeit, die stark ätzend wirkt. Mit der Zeit frisst sich der Brennstoff sogar durch Metall. Deswegen wurde der Stoff in den letzten Jahren mehrfach von einer Zisterne in eine andere umgefüllt.

Unter Aufsicht der OSZE sollen die giftigen Bestände nun vernichtet werden. Die Ausschreibung dafür hat Russland gewonnen. 30 Mio. Euro gehen dafür nach Moskau.

Im Gegenzug werden mehrere Zugladungen Dimethylhydrazin nach Dserschinsk an der Wolga und Bijsk im Altai-Gebirge verfrachtet. Russland will daraus Düngemittel produzieren.

Russland ist übrigens auch seit Jahren der größte Abnehmer von Atommüll aus Europa. Auch aus Deutschland kommen mehrmals pro Jahr mehrere Ladungen mit Atomabfällen in St. Petersburg an und werden dann per Bahn quer durchs Land nach Sibirien transportiert.