Dienstag, 28.08.2007

Russland will Atomwaffen in Weißrussland stationieren

Minsk. Der Streit um den amerikanischen Raketenschild in Europa nimmt an Schärfe zu. Russlands Botschafter in Minsk, Alexander Surikow, erklärte, sein Land sei bereit, im Gegenzug Atomwaffen in Weißrussland zu stationieren.
"Als Antwort auf die Pläne Washingtons können Russland und Weißrussland sich für die Schaffung neuer gemeinsamer Militärobjekte, darunter auch atomarer, entscheiden", sagte Surikow. Das setze natürlich ein gewisses Niveau an gegenseitigem Vertrauen zwischen Minsk und Moskau voraus.

Gerade in dem Bereich sind allerdings Probleme vorprogrammiert. Zwar hat Minsk offiziell nichts gegen die Stationierungspläne eingewandt, doch russischen Medienberichten zufolge könnten diese atomaren Objekte Geisel weiterer möglicher Öl- und Gaslieferkonflikte zwischen beiden Ländern sein.

Derzeit jedoch rückt der Streit mit Washington derartige Überlegungen in Moskau in den Hintergrund. Surikow bekräftigte, dass Russland Pläne einer gemeinsamen Luftabwehr mit Weißrussland nicht aufgegeben habe.
Die Raketenschächte in Weißrussland sollen sich auch 15 Jahre nach dem Zerfall des Warschauer Pakts in optimalem Zustand befinden. Es wäre also relativ einfach, die damals aus Weißrussland abtransportierten Atomraketen wieder im Land aufzustellen.

Leonid Iwaschow, Präsident der Akademie für geopolitische Probleme in Moskau, hält diese "asymetrische Antwort" Russlands auf das amerikanische Raketenabwehrsystem für logisch.

"Die Notwendigkeit solcher Handlungen ergibt sich aus den Bedrohungen, die die NATO für Russland und Weißrussland schafft. An der Stationierung russischer Militärobjekte auf seinem Territorium ist auch Weißrrussland interessiert, wie Präsident Alexander Lukaschenko schon mehrfach erklärte", sagte Iwaschow.

(ab/.rufo/Moskau)