Montag, 14.11.2011

Russlands Amtsarzt will Arbeitsverbot für Tadschiken

Moskau. Im Machtkampf zwischen Russland und Tadschikistan um das Schicksal zweier russischstämmiger Piloten verschärft Moskau die Gangart. Nach der Ausweisung von über 100 Tadschiken aus Russland fordert Amtsarzt Gennadi Onischtschenko nun ein vollständiges Arbeitsverbot.
Der Konflikt ist entbrannt, nachdem ein Gericht in Tadschikistan zwei russischstämmige Piloten (einer besitzt allerdings die estnische Staatsbürgerschaft) wegen illegalen Grenzübertritts und Schmuggels zu langen Haftstrafen verurteilt hat.

Vertreter des russischen Außenministeriums nennen das Urteil rechtswidrig und politisch motiviert. Auf Anweisung von Präsident Dmitri Medwedew wurden bereits über 100 Tadschiken in Russland festgenommen und anschließend ausgewiesen.

Nun hat sich auch der Oberste Amtsarzt Russlands Gennadi Onischtschenko zu Wort gemeldet. Wie immer, wenn es politische Spannungen mit einem der GUS-Länder gibt, tritt auch seine Behörde auf den Plan.

Onischtschenko spricht sich für ein vollständiges Einreiseverbot von Gastarbeitern aus Tadschikistan aus. Seine Begründung: Die in Russland arbeitenden Tadschiken leiden häufig an Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose und HIV.

Für eine Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltsgenehmigung in Russland müssen Ausländer u.a. medizinische Tests durchlaufen. Ohne das Zahlen von Schmiergeld verlaufen die Prozeduren sehr langwierig und aufwändig.