Dienstag, 22.05.2012

Späte Wiedergutmachung: Beutekunst zurück in Russland

Twer. Das Vereinte Museum Twer hat 480 Exponate zurückbekommen, die seit 1942 verschollen waren. Der Sohn eines deutschen Militärarztes gab die Ikonen und Kreuze, die sein Vater sich im Krieg angeeignet hatte, jetzt zurück.
Die Verhandlungen über die Restitution zogen sich mehr als ein Jahr hin, berichtet die „Komsomolskaja Prawda“ am Dienstag. Das Vereinte Museum in der mittelrussischen Hauptstadt Twer erhielt jetzt eine gewichtige Sendung aus Deutschland mit Heiligenbildern, Kreuzen und archäologischem Gut.

Der Name des Absenders soll anonym bleiben, so lautet die Vereinbarung. Klar ist aber der Hintergrund: Die Exponate lagerten zu Beginn des Krieges in einer Kirche in Kalinin (heute wieder Twer), die das Museum (ganz im Sinne des damals herrschenden atheistischen Zeitgeistes) als Magazin nutzte.

Nachdem die Hitlertruppen Kalinin erobert hatten, schickte ein deutscher Militärarzt die Kunstgegenstände nach und nach in seine Heimat. Er fiel 1942, seine Witwe bestand später darauf, dass ihr Sohn die Werke an den rechtmäßigen Besitzer zurückgebe. Dies ist jetzt geschehen.