Dienstag, 27.09.2011

Streit eskaliert: Kudrin als Finanzminister gefeuert

Moskau. Am Montag bekundete Finanzminister Alexej Kudrin seinen Unwillen unter einem künftigen Premier Dmitri Medwedew zu arbeiten. Am Abend zog der Kreml die Reißleine. Kudrin wurde mit sofortiger Wirkung entlassen.
Er sei nicht auf eigenen Wunsch gegangen, sondern wurde von Präsident Dmitri Medwedew auf Eingabe von Premier Wladimir Putin entlassen, betonte Medwedews Pressesprecherin Natalja Timakowa.

Alexej Kudrin hatte zuvor bei einer Sitzung des IWF in New York erklärt, er könne sich nicht vorstellen, unter Medwedew weiter das Amt des Finanzministers auszuüben. Er begründete dies mit unterschiedlichen Ansichten zur Haushaltspolitik.

Daraufhin kam es zum Eklat: Medwedew forderte den Minister bei einer Sitzung des Modernisierungskomitees auf, ein Entlassungsgesuch zu schreiben, wenn er mit dem Kurs von Präsident und Regierung nicht einverstanden sei. Kudrins Antwort: Darüber müsse er sich mit Putin beraten.

Kurz darauf war er entlassen. Die Duma-Fraktionen begrüßten die Entlassung des Finanzministers. Mehrere Vertreter der Banken- und Geschäftswelt hingegen äußerten ihr Bedauern: Ohne Kudrin hätte Russland die Krise 2008 deutlich schlechter überstanden, so ihr Fazit.