Montag, 02.11.2009

Ukraine bittet NATO um Schutz vor der Schweinegrippe

Kiew. Die Ukraine hat offiziell bei der NATO um Hilfe vor der Schweinegrippe nachgefragt. Das bestätigt das Aussenministerium in Kiew. Zugleich erklärt Regierungschefin Timoschenko, es gebe keine Epidemie von A/H1N1, sondern eine Welle von "normaler" Grippe. Tamiflu aus der Schweiz tauchte inzwischen schon auf dem Schwarzmarkt auf.

Die Ukrainische Vertretung bei der NATO hatte sich mit der Bitte um Hilfe an alle NATO-Staaten und deren Verbündete gewandt. Das Katastrophenschutzzentrum der Nato habe den Empfang bestätigt, sagt das ukrainische Aussenministerium.

Derweil versichert die Ukraine Regierungschefin Julia Timoschenko, die am Morgen auf dem Kiewer Flughafen eine Hilfslieferung von 300.000 Portionen Tamiflu aus der Schweiz in Empfang genommen hatte, es gebe in der Ukraine bisher keine Epidemie von Schweinegrippe, sondern nur eine "normale" Grippewelle.

Auch das Gesundheitsministerium sprach von einer Grippewelle. Der Virus sei allerdings "sehr aggressiv". Von inzwischen 68 Grippetoten ist tatsächlich nur einer an A/H1N1 (nach anderen Angaben 11) verstorben. 191.000 Ukrainer sind gegenwärtig an verschiedenen Grippe- und Erkältungsinfektionen erkrankt.

Timoschenko versicherte in Kiew, die Tamiflu-Impfstoffe sollten zur Behandlung aller eingesetzt werden.

Es dürfe nicht angehen, dass die Medikamente auf dem Schwarzmarkt mit 600 Griwna verhökert werden, wie heute bereits geschehen. Das Mittel ist von der ukrainischen Staatskasse mit 60 Griwna pro Portion bezahlt worden. Es müsse in den normalen Apohekenhandel kommen, sagte Timoschenko.