Donnerstag, 02.02.2012

Ukraine: Hacker erklären dem Staat den "Cyber-Krieg"

Kiew. Hacker in der Ukraine haben nach dem Abschalten einer Internet-Tauschbörse die Webseiten der Regierung und des Geheimdienstes sowie der Zentralbank lahmgelegt.

Nachdem die beliebte Plattform für illegal kopierte Software und Filme gesperrt worden sei, hätten Netzaktivisten der Führung in Kiew «den Cyber-Krieg erklärt», so ukrainische Medien.

Das umstrittene Portal ex.ua war in dieser Woche vom Netz genommen worden. Die Justiz wirft dem Anbieter Urheberrechtsverletzungen vor. Bei einer landesweiten Razzia beschlagnahmten Polizeibeamte nach Beschwerden von Rechteinhabern zudem rund 200 Server.

Bei Durchschnittseinkommen von umgerechnet 250 Euro im Monat haben viele Ukrainer kein Geld für einen CD-Kauf oder Kino-Besuch und laden Filme und Musik stattdessen oft illegal aus dem Internet herunter.

Vor rund zwei Wochen hatten Behörden in den USA die Plattform Megaupload unter dem Vorwurf von Urheberrechtsverletzungen vom Netz genommen.

In Russland haben unterdessen Hacker umfangreiche angebliche e-mail-Kommunikation von Wassili Jakemenko, dem Leiter der staatlichen Jugend-Agentur ins Internet gestellt.

Jakemenko ist zugleich Chefkoordinator der diversen vom Staat gesteuerten Jugendorganisationen wie „Naschi“, die sich als bedingungslose Putin-Fans präsentieren und manchmal am Rande der Legalität gegen die Opposition vorgehen.

(dpa)