Dienstag, 07.04.2009

Unruhen in Moldawien, Präsident Woronin flüchtet nicht

Chisinau. Der moldawische Präsident Wladimir Woronin ist nicht aus der Hauptstadt Chisinau geflüchtet, sagt seine Presseabteilung. Demonstranten haben aus Protest gegen das Wahlergebnis das Parlament und den Sitz des Präsidenten gestürmt und die Flaggen von EU und Rumänien gehisst.
Rumänische Fernsehsender hatten berichtet, Woronin habe Chishinau fluchtartig verlassen. Dem widerspricht der Pressedienst Woronins. Der Präsident befinde sich in der Hauptstadt und nehme seine Amtspflichten war.

Nach einem Bericht der russischen Agentur RIA Nowosti tagt der Regierungsauschuss für Ausnahmesituationen. An der Sitzung nehmen Präsident Wladimir Woronin, Regierungschefin Sinaida Gretschanaja und der Parlamentsvorsitzende Marian Lupu teil.
An den Protestaktionen beteiligten sich am Montag nach Behördenangaben 2.500 bis 4.000 Menschen. Heute stieg die Zahl der Protestierenden - nach Behördenangaben - auf 5.000.

Die Opposition spricht von 15.000 Kundgebungsteilnehmern. Den Bildern aus Chisinau nach zu urteilen, entspricht das auch eher der Wahrheit.

Bei den heutigen Krawallen seien 20 Menschen verletzt worden, heisst es. Möglicherweise sei auch ein Toter zu beklagen.

Die Demonstranten protestieren gegen das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag, nach dem die auch bisher regierende Kommunistische Partei die absolute Mehrheit der Stimmen erreichte.