Donnerstag, 05.08.2010

Waldbrände: Ausländische Hilfe wird intensiviert

Moskau. Aus Italien sind zwei Löschflugzeuge zum Einsatz über den brennenden russischen Wäldern unterwegs. Bisher hatte Russland nur technische Hilfsangebote aus anderen GUS-Staaten angenommen.

Zwei italienische Löschflugzeuge vom Typ Canadair Cl-215 sind heute nach Russland gestartet, um sich dort an der Bekämpfung der um sich greifenden Waldbrände zu beteiligen. Die Maschinen fliegen mit einem Tankstopp in Kiew nach Moskau.

Begleitet werden sie von einem „Stabs-Flugzeug“ in dem auch weitere Besatzungen für die Amphibien-Flugzeuge anreisen. Nach Angaben des russischen Katastrophenschutzes sollen die italienischen Wasserbomber im Moskauer Gebiet zum Einsatz kommen.

Im Gebiet Woronesch sind seit gestern zwei Maschinen vom Typ An-32 aus der Ukraine im Einsatz. Heute sollen dort auch zwei Löschzüge aus dem Nachbarland eintreffen, um sich am Boden an dem Katastropheneinsatz zu beteiligen.

Neben dem ukrainischen Hilfsangebot hatte der Kreml zunächst nur die Entsendung von zwei Löschhubschraubern aus Aserbaidschan akzeptiert. Die beiden Maschinen waren erst im vergangenen Jahr aus Russland nach Baku geliefert worden. Heute sollen die beiden Helikopter im Gebiet Lipezk ihren Einsatz aufnehmen.

Armenien schickte mit einem Frachtflugzeug vier geländegängige Feuerwehrfahrzeuge und Wasserpumpen nach Nischni Nowgorod. Auch aus Weißrussland wurde inzwischen ein Hubschrauber samt Mannschaft nach Russland entsandt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte Russland bereits am 31. Juli Katastrophenhilfe angeboten. Für das von der deutschen Botschaft in Moskau überbrachte Angebot von medizinischer Hilfe, Notunterkünften oder Trinkwasseraufbereitung hatte man auf russischer Seite aber offenbar keinen Bedarf gesehen.

Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu erwähnte heute allerdings auf einer Pressekonferenz explizit das deutsche Angebot, von den Bränden Betroffene zu Rehabilitationsmaßnahmen aufzunehmen.
Russland selbst hat gegenwärtig 80 Flugzeuge und Hubschrauber im Löscheinsatz. Als Reaktion auf die ausufernden Brände wurde von Präsident Dmitri Medwedew angeordnet, sämtliche geeigneten Militärhubschrauber in absehbarer Zeit zur Brandbekämpfung auszurüsten.