Montag, 04.01.2010

Weißrussland droht Kaliningrad mit Stromlieferstopp

Minsk/Kaliningrad. Neben den bisher erfolglos verlaufenen Verhandlungen über die Öllieferungen für 2010 will Weißrussland nun den Stromtransit ins Kaliningrader Gebiet kappen, weil die Bedingungen noch nicht klar sind.
Seit dem 1. Januar liefert Russland Strom über Weißrussland nach Kaliningrad, ohne dafür eine vertraglich festgelegte Basis zu haben. Dies nimmt Minsk jetzt zum Anlass, mit einer Stromblockade zu drohen.

Das weißrussische Energieunternehmen EDU erklärte am Montag, es seien bereits 39,5 Millionen Kilowatt/h geliefert worden, obwohl keine Genehmigung dafür vorliegt, weil die entsprechenden Verträge am 1. Januar 2010 ausliefen.

Weißrussland „überlegt nun Schritte zur Einstellung der nicht genehmigten kommerziellen Stromübertragung“, heißt es weiter. Aus Kaliningrad verlautet derweil, es würde keine Probleme bei der Stromversorgung geben, selbst wenn Minsk die Drohung wahrmacht und den Transit blockiert.

Die Fortführung der Verhandlungen über einen neuen Vertragsabschluss ist für den 11. Januar vorgesehen. Der russische Stromlieferant Inter RAO sagte gegenüber RIA Novosti, es wären schon Vorschläge zur Bereinigung des Konflikts erfolgt, die weißrussische Seite habe aber bisher nicht reagiert.