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Sonntag, 18.05.2008
Yukos-Affäre: Chodorkowski wirft Setschin Habgier vor
Moskau. Der ehemalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski hat Vize-Premier Igor Setschin Habgier und Feigheit vorgeworfen. Aus Habgier habe Setschin ihn enteignet und aus Feigheit hinter Gitter gebracht, erklärte der gefallene Oligarch. Der Erbe des Yukos-Imperiums, der Staatskonzern Rosneft, meldete unterdessen hervorragende Quartalszahlen für 2008.
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Chodorkowski bestätigte in einem Interview mit der britischen "Times" die Version, dass Setschin hinter der Attacke auf Yukos gesteckt habe.
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Yukos galt bis 2004 als der erfolgreichste und "sauberste" (in Bezug auf die Buchhaltung) Ölkonzern Russlands. Nach diversen Vorwürfen wegen Steuerbetrugs wurde Yukos 2006 für bankrott erklärt.
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Nach Angaben Chodorkowskis hat Setschin als Präsidentenberater Wladimir Putin davon überzeugt, dass der Yukos-Chef einen Staatsstreich plane. "Das ist lächerlich, weil ich zu jener Zeit offen zwei Oppositionsparteien finanziert habe, die im besten Fall 15 Prozent bei den Parlamentswahlen bekommen konnten", erklärte Chodorkowski dazu.
Der Yukos-Chef erklärte daher, dass Habgier hinter seiner Verhaftung und der Verfolgung von Yukos ständen.
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Bei der Auktion um die gepfändeten Aktiva von Yukos ging der staatliche Ölkonzern Rosneft als Sieger hervor. Dessen Aufsichtsratschef ist Setschin.
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Rosneft stieg durch die Übernahmen zum größten russischen Ölkonzern auf. Auch im laufenden Jahr erzielte der Konzern ein Spitzenergebnis.
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Im ersten Quartal 2008 konnte Rosneft einen Reingewinn von insgesamt 65 Mrd. Rubel (1,76 Mrd. Euro)verbuchen, teilte der Konzern am Freitag mit. Das ist ein Plus von 250 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal.
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Perspektivisch kommt für Rosneft die Ausbeutung der Ölreserven vor der russischen Küste hinzu. Die russische Regierung hatte vor kurzem ein Gesetz abgesegnet, dass die Ausbeutung der Rohstoffe im Schelfgebiet allein den Staatskonzernen Gazprom und Rosneft vorbehält.
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