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Donnerstag, 23.08.2001
Astrachan: weiter Unklarheit über Bombenleger
Moskau (rUFO/kp). Nur wenige Tage nach einem Bombenanschlag auf dem zentralen Gebrauchswarenmarkt der südrussischen Stadt Astrachan, der mittlerweile sieben Menschen das Leben gekostet hat, haben die Fahnder vier erste Verdächtige festgenommen, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe des Tatortes waren. Unterdessen tauchten widersprüchliche Informationen über die Hintergründe des Anschlags auf:
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Gouverneur Anatolij Guschwin erklärte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, es werde zunehmend unwahrscheinlicher, dass der Sprengsatz von tschetschenischen Terroristen gelegt wurde. Die Ermittler gehen immer mehr davon aus, dass auf dem Markt die Interessen rivalisierender russischer und aserbaidschanischer Mafia-Gruppen aufeinanderstießen.
Dem widersprechen Informationen aus dem Innenministerium. Der Terroranschlag ist demnach doch von tschetschenischen Terroristen verübt worden, was ein abgefangenes Funkgespräch zwischen dem Rebellenführer Chattab und einem seiner Kämpfer beweise. „Wir haben unsere Leute nach Astrachan geschickt und sehen jetzt im Fernsehen ihre Arbeit“, zitieren verschiedene russische Medien Auszüge aus dem Gespräch.
Nicht ausgeschlossen wird auch, dass ein Konflikt zwischen Stadtverwaltung und Händlern hinter dem Terroranschlag steht. Seit Längerem hatten die kommunalen Behörden vergeblich versucht, die Markthändler zu zwingen Steuern zu zahlen, anstatt einen Teil ihrer Erlöse an kriminelle Gruppierungen abzugeben. Ein Abkommen zwischen dem Astrachaner Bürgermeister und der Händler-Gewerkschaft, dass die Mafia unter Umständen vom Markt verdrängt hätte, war unterschriftsreif, als die Bombe explodierte.
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