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| Jugendliche auf Bmx-Rädern auf der Baustelle in Ischewsk (Foto. gangway.de) | |
Freitag, 25.07.2008
BMXer aus Berlin bauen einen Skate-Park in Udmurtien
Ischewsk. Die Extremsportszene in Udmurtien ist gespannt: In diesen Tagen wird in der Hauptstadt Ischewsk der hier erste Skatepark angelegt. Sein Kernstück, eine Minirampe wird von BMX-Fahrern aus Berlin-Marzahn erbaut.
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Die Interessen der Jugendlichen in der Industrie-Stadt Ischewsk unweit des westlichen Ural-Gebirges ähneln sich den Interessen ihrer Gleichaltrigen in vielen anderen Städten der Welt, auch wenn die Lebensbedingungen oft anders sind.
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Ischewsk – bekannt durch die Kalaschnikow In der Stadt, die bis heute nur für das hier erfundene Kalaschnikow-Gewehr bekannt ist, gibt es jede Menge Subkultur mitsamt Graffitis, elektronischer Musik und Extremsportarten. Was der Szene oft fehlt, sind Möglichkeiten zur technischen Ausrüstung.
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Die jungen Freestyler von Ischewsk nutzen kleine selbstgebaute Rampen. Von der Bauweise her unterscheiden sich diese von den Rampen in Deutschland wie eine Holzhütte von einem massiven Blockhaus, meinte einmal der Straßensozialarbeiter von Gangway e.V. Uwe Heide, als er mit einer Gruppe Jugendlichen aus Berlin-Marzahn nach Ischewsk im Rahmen eines Austausches kam.
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Nur fünf Tage für den Rampenaufbau So kam Heide auf die Idee, einen neuen Skatepark für die udmurtische BMX-Szene zu erbauen. Knapp ein halbes Jahr brauchte er für Partner- und Sponsorensuche. Inzwischen bekundeten zwölf BMXer aus Berlin Interesse für das Mitmachen.
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| Die Baustelle in Ischewsk (Foto: gangway.de) | |
Am Dienstag konnten sich die Jungs endlich an die Arbeit machen und mussten gleich stark anpacken: Eine sechs Meter breite und 14 Meter lange Rampe im Stadtkern von Ischewsk soll innerhalb von nur fünf Tagen befahrbar werden. Für diesen Samstag ist schon die Eröffnungsparty mit einer BMX-Show auf der neuen Rampe angekündigt.
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Berliner Know How wird an Ischewsk weitergegeben Die jungen BMX-Fans von Ischewsk helfen begeistert mit, erzählt Uwe Heide. Während der Bauarbeiten sollen ihnen die Erfahrungen und das Know How des Ausbaus der RooF-BMX Halle in Berlin-Marzahn weitergegeben werden, so der Organisator.
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Auch für das fahrerische Können der hiesigen Szene will Heide und sein Team Entwicklungsarbeit leisten. Die deutsche Szene hätte da seiner Meinung nach zehn Jahre Entwicklungsvorsprung. Nachdem während ihres ersten Besuchs die Berliner ein paar Backflips, die Rückwärtssaltos, auf dem alten Skate-Platz Ischewsks gezeigt hatten, wurden sie als Helden gefeiert, erinnert sich Uwe Heide.
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Andere Lebensbedingungen sehen Mit dieser Beschäftigung für die deutschen Jugendlichen will Heide, der bereits seit zehn Jahren als Straßensozialarbeiter in Berlin tätig ist, dass sie die Bedingungen kennenlernen, unter denen ihre russischen Gleichaltrigen leben.
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Gleichzeitig wird mit dem Projekt angestrebt, einer anderen sozialen Gruppe, nämlich den Straßenkindern von Ischewsk, zu helfen, andere Lebensbedingungen kennen zu lernen.
In der Stadt mit 600.000 Einwohnern gibt es nach offiziellen Angaben 200 Straßenkinder, jedoch in der Tat sei die Zahl um ein Vielfaches höher, glauben Heide und die Mitarbeiter der Ischewsker NGO „Neues Licht”, die unterschiedlichen sozialen Gruppen, von Drogenabhängigen bis zu Straßenkindern und Alten Hilfe zu leistet.
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Sponsoren und Paten für Straßenkinder dringend gesucht
Die Arbeit des „Neuen Lichtes” werde nur durch Spenden finanziert, keine staatliche Stelle versuche aktiv die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern, meint der 40-jährige Berliner.
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Das BMX-Bauprojekt, das selbst auf Sponsorenhilfe von der russischen und der deutschen Seite stark angewiesen ist, beteiligte die NGO an dem Projekt. Holzbauteile für die neue Rampe kaufte „Neues Licht” beispielsweise dem Sägewerk ab.
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Rampeneröffnung als Benefizveranstaltung Die Rampeneröffnung am Samstag soll zu einer Benefizveranstaltung werden. Jetzt hoffen die Organisatoren, dass sich dafür deutsche und russische Industrie- und Wirtschaftsvertreter finden. Mit dem erlösten Geld würde eine betreute Wohngruppe von Straßenkindern in Ischewsk unterstützt.
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Diese einmalige Leistung sei ein Tropfen Wasser auf heißen Stein, gibt Heide zu. Jedoch das Thema „in die Öffentlichkeit zu bringen und dadurch mehr Akzeptanz und Unterstützung für obdachlose Kinder zu erreichen, ist schon ein Erfolg,” meint Heide.
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