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23 Tote hat der Brand in Komi gefordert (Foto: TV)
23 Tote hat der Brand in Komi gefordert (Foto: TV)
Montag, 02.02.2009

Brand im Altersheim von Komi fordert 23 Tote

Syktywkar. Bei einem Brand in einem Altersheim der russischen Teilrepublik Komi sind 23 Menschen ums Leben gekommen. Drei Menschen konnten gerettet werden. Die Ermittler untersuchen: Brandstiftung oder Fahrlässigkeit?

Der Unglücksort Podjelsk ist eine kleine Ortschaft in der nordrussischen Teilrepublik Komi. Derzeit herrschen dort minus 40 Grad auf der Straße. Das Feuer brach am Samstagabend aus. Zwischen 18 und 19 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein; Nachbarn hatten das Feuer in den Fenstern des Altersheims gesehen.

Überforderter Wächter


Zu dem Zeitpunkt waren 26 Patienten im Heim; darunter auch fünf alte Leute, die ans Bett gefesselt waren. „Nur ein Wächter war in dem Moment im Dienst. Für ihn war es unmöglich, die Evakuierung aller Alten im Haus zu organisieren“, teilt das Katastrophenschutzamt mit.

Drei alte Frauen schaffte der Wächter noch aus dem Haus, dann waren die Flammen zu stark. Auch die schließlich eintreffende Feuerwehr konnte niemanden mehr retten. Erst nach etwa zwei Stunden war der Brand gelöscht. „Das Internatsgebäude mit einer Fläche von 1120 m2 ist vollständig abgebrannt“, heißt es im Abschlussbericht. Die meisten Opfer starben an Rauchvergiftung.

Wer trägt nun die Verantwortung?


Nun gibt es Streit um die Schuld am Unglück. Möglicherweise wurde das Feuer sogar absichtlich gelegt, um die Spuren eines Mords zu vertuschen. Die Ermittler wollen die Version Brandstiftung zumindest nicht ausschließen.

Dennoch scheint klar, dass gegen elementare Grundsätze der Brandschutzverordnung verstoßen wurde. Das Altersheim war ein altes Holzhaus. Schon 2005 hatte die Aufsichtsbehörde bei einer Überprüfung Mängel beim Brandschutz festgestellt. Seitdem gab es mehrere Überprüfungen, die Auflagen wurden jedoch, wie sich herausstellt, nicht erfüllt.

Wut und Trauer


Der Generalgouverneur von Nordwestrussland, Ilja Klebanow, sieht aber auch die Sicherheitsorgane in der Schuld. Sie haben sich nicht ausreichend um die Einhaltung ihrer Vorschriften gekümmert. Das Resultat sind 23 Tote. Klebanow fordert nun Köpfe. Die Karriere der Verantwortlichen sei zu Ende, drohte er schon einmal.

In Komi werden am Dienstag alle Flaggen auf Halbmast hängen. Offizielle Fest-Veranstaltungen und Feiern fallen aus. In der gesamten Republik wurde Trauer verhängt.



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