Dienstag, 27.10.2009

Business-Jet aus Russland zerschellt vor Minsk

Der russische Business-Jet stürzte am Montag gegen 21.30 Uhr in einen Wald bei Minsk (Foto: vesti)
Minsk. Ein aus Moskau kommender Business-Jet mit fünf Personen an Bord ist beim Anflug auf den Minsker Airport abgestürzt. Die Insassen hatten keine Chance: Die Maschine wurde zerfetzt, das Wrack brannte aus.

Die BAe-125-800 (auch als Modell des Herstellers Hawker bekannt) der russischen Chartergesellschaft S-Air war in Wnukowo gestartet. An Bord befand sich auch der Generaldirektor des Unternehmens, das über elf Geschäftsreise-Flugzeuge verfügt.

Der erste Anflug auf den Flughafen von Minsk gegen 21.30 Uhr am Montag Abend scheiterte aus bislang nicht bekannten Gründen. Die Maschine flog daraufhin einen Bogen und steuerte die Landebahn erneut an. Etwa vier Kilometer vor der Piste raste sie jedoch in den Wald und riss dabei eine 250 Meter lange Schneise.

Hauptversion: Schlechtes Wetter überforderte Piloten


Die Wetterbedingungen waren zu diesem Zeitpunkt „schwierig, aber nicht so sehr, dass man Flugzeuge auf andere Flughäfen hätte umleiten müssen“, so ein Vertreter der Flughafenverwaltung. Die Sichtweite habe wegen Dunstes und Nieselregens nur 1.500 Meter betragen. Etwa zur gleichen Zeit sei auch ein Linienflug aus Moskau heil gelandet.

Experten gehen deshalb davon aus, dass ein Pilotenfehler zu dem Absturz geführt hat.

Insassen wollten zu Spielcasino


Die Passagiere des Jets wollten vermutlich zu einem Spielcasino in Weißrussland: Nach Behördenangaben hatte das Unternehmen „Shangrila“ den Flug in Auftrag gegeben. Die Firma betreibt in Minsk ein Casino, nachdem derartige Glückspielstätten in Russland durch ein Gesetz verboten worden waren.

Am Morgen wurde einer der Flugschreiber an der Unglücksstelle geborgen. Die russische Luftfahrtbehörde kündigte eine außerordnetliche Überprüfung der Sicherheits-Standards bei S-Air an.