Donnerstag, 21.04.2011

Entführer fordern 3 Mio. Euro für Kaspersky-Sohn

Iwan Kasperski, Sohn des prominenten Virenjägers Jewgeni Kasperski,  wurde in Moskau verschleppt (Foto: v kontakte)
Moskau. Iwan Kasperski, der 20 Jahre alte Sohn des russischen Sicherheitssoftware-Entwicklers Jewgeni Kasperski, ist entführt worden. Die Kidnapper forderten telefonisch 3 Mio. Euro Lösegeld von seinem Vater.

Kasperskys Sprecher wollte die Information zunächst nicht bestätigen. Das Innenministerium prüfe die Berichte, zitierte die Agentur Interfax einen Mitarbeiter der Behörde.

Bereits am Dienstag verschleppt


Iwan Kasperski sei bereits am Dienstagmorgen in einem Industriegebiet im Nordwesten von Moskau verschleppt worden, hieß es. Er habe dort neben seinem Mathemathik- und Elektronik-Studium für eine Firma seiner Mutter Natalia gearbeitet. An der Universität wurde er seit einigen Wochen schon nicht mehr gesehen.

Jewgeni Kasperski, Mitgründer der Firma Kaspersky Lab, ist mit Sicherheitsprogrammen für Computer und Anti-Viren-Software reich geworden. Das Magazin „Forbes Russia“ schätzt sein Vermögen auf 800 Mio. Dollar (etwa 545 Mio. Euro).

Kasperski steht damit auf Rang 125 unter Russlands Superreichen. Seine Ehefrau Natalia wurde von der Wirtschaftszeitschrift „Finans“ unter den 50 erfolgreichsten Frauen russlands gelistet.

Eigene Adressen im Internet ausgehängt


Iwan Kasperski hat es seinen Entführern möglicherweise sehr einfach gemacht, ihn zu finden. Wie newsru.com berichtet, hätte er im populären sozialen Netzwerk „v kontakte“ sowohl seine Wohn- wie auch seine Arbeitsanschrift genannt.

Nach russischen Agenturberichten ist an der Suche nach Kasperski junior neben der Polizei auch der russische Geheimdienst beteiligt. Kaspersky Lab arbeitet auch mit Geheimdiensten zahlreicher Länder bei der Entwicklung von Datenschutzlösungen zusammen.

Das Unternehmen ist eines der wenigen international respektierten und bekannten Aushängeschilder der russischen Informations-Technologie.

(mit Material von dpa)