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Samstag, 01.06.2002
Europäisch-asiatischer Grenzkonflikt im Ural
Moskau (epd/kp). Mit einer ungewöhnlichen Kampagne will die russische Millionenstadt Jekaterinburg im Ural eine Verschiebung der Grenze zwischen Europa und Asien durchsetzen.
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Bürgermeister Arkadij Tschernezkij hoffe darauf, dass Jekaterinburg sich dadurch zu einem Touristenziel entwickele, berichtete die Tageszeitung „Nowyje Iswestija". Tschernezkijs Plänen zufolge soll die Grenze 40 Kilometer weiter östlich und damit direkt durch die Stadt verlaufen.
Tschernetzkijs These, die Grenze zwischen Europa und Asien sei im Ural keine Linie, sondern eine ganze Zone, stößt unter Fachleuten jedoch auf Skepsis. Die Grenze sei durch die Wasserscheide des Ural-Gebirges klar definiert, sagte Sergej Dobroljubow, stellvertretender Dekan an der geografischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität dem epd. Demnach liege Jekaterinburg eindeutig in Asien.
Russische und sowjetische Geografen haben jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein den Grenzverlauf zwischen beiden Kontinenten immer wieder korrigiert. So definierte früher eine Mehrheit der Fachwelt die Grenze zwischen Europa und Asien entlang der Gipfel des Kaukasus-Gebirges.
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Heute dagegen herrsche unter Geografen die Ansicht vor, dass Asien bereits erheblich weiter im Norden, direkt südlich der Stadt Rostow am Don beginnt, so Dobroljubow.
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