Freitag, 30.07.2010

Feuersturm vernichtet Dorf – Putin muss löschen

Wladimir Putin in den Ruinen von Werchnaja Wereja (Foto: Vesti)
Nischni Nowgorod. Apokalypse mitten in Russland: An der Oka ist ein Dorf mit 341 Häusern von einem Feuersturm komplett zerstört worden. Premier Putin ist vor Ort und versprach neue Häuser, Geld und Gerechtigkeit.
Das Dorf Werchnaja Wereja im Westen des Gebietes Nischni Nowgorod existiert nicht mehr: Waldbrände, die Hitze von 38 Grad und Windböen mit bis zu 90 km/h Geschwindigkeit entfachten eine Flammenwalze, die dort gestern in kürzester Zeit sämtliche Gebäude zerstörte. Etwa 600 Bewohner konnten noch rechtzeitig fliehen oder in die nahe Stadt Wyksa evakuiert werden. Diese ist aber selbst von den immensen Bränden bedroht.

Ein zweites Dorf aus nur sechs Häusern brannte in der Region ebenfalls komplett nieder. Auch in der Siedlung Tamboles wurden 50 der 156 Häuser des Dorfes zerstört.

Unter ähnlichen Umständen brannte gestern auch das Dorf Maslowka mit 115 Häusern vor den Toren von Woronesch ab. Auch im Gebiet Rjasan räumte die Feuerwehr in letzter Minute eine gesamte Siedlung, bevor diese zerstört wurde.

Putin stockt Hilfszahlungen auf


Heute traf sich Regierungs-Chef Wladimir Putin in Wyksa mit den Brand-Flüchtlingen. Er versprach, dass die staatlich garantierte Hilfsleistung von nur 50.000 Rubel (ca. 1.270 Euro) pro betroffene Familie vervielfacht werden wird: Die Geschädigten sollen vom Staat 100.000 Rubel pro Person und nochmals die gleiche Summe aus dem Regional-Budget erhalten.

Außerdem versprach Putin, dass der Staat bis zum Winter das abgebrannte Dorf wieder aufbauen wird - worauf er von den ihn umringenden Frauen geküsst wurde. Putin kündigte außerdem an, dass die Staatsanwaltschaft genau untersuchen wird, ob örtliche Beamte schuld an der Katastrophe sind. Wer versagt habe, müsse seinen Posten räumen.

Auch Katastrophenschutz-Minister Sergej Schoigu hält sich im Gebiet von Wyksa auf. Seine Behörde hat dort 300 Feuerwehrfahrzeuge, drei Eisenbahn-Löschzüge und zwei Löschflugzeuge in Einsatz.