Montag, 25.08.2008

Flugzeugabsturz in Kirgisien fordert 70 Todesopfer

Rauchende Trümmer blieben nach dem Absturz der Boeing-737 in Bischkek übrig (Foto: TV)
Bischkek. Beim Absturz einer Boeing-737 über der kirgisischen Hauptstadt Bischkek sind 68 Menschen ums Leben gekommen, 22 überlebten die Katastrophe. Technische Probleme sollen für das Unglück verantwortlich sein.
Die Maschine mit insgesamt 90 Personen an Bord war auf dem Weg von Bischkek nach Teheran. Der Start verlief planmäßig, doch nach etwa zehn Minuten meldete der Pilot technische Probleme. In 1.000 Meter Höhe hatte die Bordelektronik einen Fehler bei der Hermetik des Flugzeugs festgestellt und Alarm gegeben.

Rückkehr zum Flughafen Manas misslingt


Die Crew bat daraufhin um die Rückkehr nach Bischkek und die Landeerlaubnis. Bis zum Flughafen schaffte es die Boeing nicht mehr. Sie verlor sehr schnell an Höhe und schlug etwa zwei Kilometer vom Bischkeker Flughafen Manas auf. Bei dem Aufprall wurden über 20 Personen aus dem Flugzeug geschleudert. Die Boeing brannte vollständig aus.

Bisher konnten die Rettungstruppen 65 Leichen bergen. Drei Passagiere wurden noch nicht gefunden, werden aber von den Behörden unter den Toten vermutet. 18 Menschen liegen im Krankenhaus, bei drei Opfern wird der Zustand als kritisch eingeschätzt.

Absturz ohne Kratzer überlebt


Erstaunlich ist allerdings, dass einige der Flugzeuginsassen den Absturz beinahe unversehrt überlebt haben. Vier Personen wurden nämlich nach einer kurzen ärztlichen Untersuchung inzwischen entlassen.

Die meisten der Passagiere stammten aus dem Iran. Zudem sollen auch Kirgisen, Kasachen, Kanadier, Türken und Chinesen in dem Flugzeug gewesen sein. Nach Angaben der russischen Presse war möglicherweise auch der ehemalige NBA-Star (NBA = National Basketball Association) Samuel Perkins Passagier an Bord der Unglücksmaschine.

Ehemaliger NBA-Star unter den Passagieren?


Perkins habe sich im Rahmen eines internationalen Sportförderprogramms in Kirgisien aufgehalten, heißt es. Als Indiz für einen Flug des NBA-Stars gilt die Anwesenheit der kirgisischen Basketball-Juniorenauswahl an Bord (sieben der 17 Mitglieder überlebten). Allerdings hat die US-Botschaft in Bischkek bisher noch keinen Kommentar über US-Bürger an Bord des Unglücksfliegers abgegeben.

Keine Flugerlaubnis innerhalb der EU wegen Sicherheitsbedenken


Die Boeing gehörte der kirgisischen Fluggesellschaft Itek Air, die in EU-Ländern aufgrund von Sicherheitsbedenken keine Flugerlaubnis hat. Der Flug wurde von der iranischen Fluggesellschaft Aseman Airlines durchgeführt.

Das Flugzeug stammte aus dem Jahr 1979, seine Einsatzzeit wurde von den Behörden nach technischen Prüfungen mehrfach verlängert. Die letzte Überprüfung soll nach Angaben von Kirgisiens Premierminister Igor Tschudinow gerade einmal zwei Monate her sein.

Sicherheitsbedenken hatte es bei den Behörden nicht gegeben. Zwei Stunden vor ihrem Abflug aus Bischkek war die Boeing erst aus Moskau kommend in der kirgisischen Hauptstadt gelandet.