Mittwoch, 09.03.2011

Freundschaftskick mit Brasilien: Kadyrow macht 2 Tore

Die Stimmung ist super! Ramsan Kadyrow tanzt in der Halbzeitpause eine Lesginka. (Foto: sovsport.ru)
Grosny. In Grosny gab es gestern ein seltenes Spektakel zu sehen: Eine Stadtauswahl trat gegen eine brasilianische Veteranen-Nationalelf an. Trotz zweier Treffer von Landeschef Kadyrow endete der Kick mit 6:4 für die Gäste.
Ramsan Kadyrow führte seine Mannschaft, in der auch Tereks neuer Cheftrainer Ruud Gullit und der deutsche Ex-Spitzenspieler Lothar Matthäus aufliefen, als Kapitän auf den Platz. Das nur 10.000 Zuschauer fassende Stadion in der tschetschenischen Hauptstadt war überfüllt, die Leute saßen und standen sogar in den Gängen.

“Wir sind Weltmeister von 2018!“


Kadyrow, Ehrenpräsident des Premierligisten Terek Grosny und oberster Fan seines Vereins, wollte – wie immer und bei allem, was er anpackt – Nägel mit Köpfen machen und zeigen, wo es langgeht. Auf seinem roten Trikot prangte die eindeutige Botschaft: „Wie sind Weltmeister von 2018!“

Bis dahin ist es zwar noch weit, aber Bescheidenheit ist nicht zu erwarten, wenn Herr Kadyrow den Schauplatz betritt. Er bewies seine Ambitionen allerdings auch „auf´m Platz“, wie es so schön heißt: Zwei der vier Tore der Gastgeber gehen auf sein persönliches Konto. Dazu kommen zwei verschossene Elfmeter und eine Menge „Aluminium“.

WM in Grosny?


Wie Kadyrow nach dem Spiel mitteilte, das aus zwei Abschnitten von jeweils 25 Minuten bestand, wollte er mit dem Schriftzug auf seinem Hemd für Grosny als Austragungsort der WM-2018 in Russland werben. Bisher ist die tschetschenische Hauptstadt dazu nicht vorgesehen.

Es ist vielleicht auch etwas vermessen, diese Forderung zu stellen. Zwar ist es relativ ruhig in Grosny, aber diese Ruhe wird nur durch eine unheimliche Präsenz von an bis an die Zähne bewaffneten Sicherheitskräften gewährleistet.

Die Brasilianer haben es erneut bewiesen


Auch die Brasilianer hatten eine Botschaft: Sie kamen mit einem Plakat aufs Feld, in dem die Solidarität mit den Hochwasseropfern von Rio de Janeiro bekundet wurde. Der Erlös der Benefiz-Begegnung soll gerade diesen zugutekommen.

Die Gäste hatten ehemalige Klassekicker wie Cafu, Bebeto, Denilson, Dunga und Romario im Aufgebot. Natürlich erwiesen sich die Brasilianer als die Stärkeren, wer hätte daran auch gezweifelt. Selbst Kadyrow gibt das unumwunden zu:

„Die brasilianische Elf hat erneut bewiesen, dass sie die stärkste der Welt ist. Aber wenn wer denkt, sie hätten nur mit halber Kraft gespielt, der hat nicht gesehen, wie sie mich auf dem Feld malträtiert haben!“