Freitag, 26.05.2006

Fußball-WM: Großes Risiko für russische Fans

St. Petersburg. Da Russland nicht an der WM teilnimmt, hat die FIFA dem Russischen Fußballverband nur 320 Tickets zugeteilt. Reisebüros bieten jedoch Karten im freien Verkauf an – für den Käufer eine riskante Sache.
Der Fußballverband verteilt die erhaltenen 320 Tickets nach eigenem Ermessen an Veteranen, Sponsoren und Experten. Während die Veteranen ihre Karten größtenteils geschenkt bekommen, müssen die beiden anderen Kategorien für das Vergnügen bezahlen. Die Preise liegen bei 100 bis 130 Euro für Spiele der Gruppenphase, 300 für das Eröffnungsspiel und 600 für das Finale.

Ein Vergnügen nur für Reiche


Wer nicht in den Genuss einer Verbandskarte kommt, kriegt im Reisebüro ganz andere Zahlen genannt. Ein Korrespondent der „Iswestija“ erfuhr bei einer Agentur, er müsse für ein Spiel der Gruppenphase 940 bis 1120 Euro berappen, für das Finale gar bis zu 5.900 Euro.

Es geht natürlich auch billiger, aber dann muss der Käufer das Risiko eingehen, nicht ins Stadion gelassen zu werden, weil auf der erworbenen Karte ein fremder Name steht. Bekanntlich werden alle WM-Tickets verlost und mit dem Namen des Gewinners versehen, um der Spekulation Einhalt zu gebieten.

Weltweiter Tickethandel


Viele glückliche Besitzer versteigern ihre Karten im Internet weiter, und hier fangen die Probleme an. Während es in Deutschland die Möglichkeit gibt, die Tickets umschreiben zu lassen, kriegen besonders die Fans der nicht beteiligten Länder die Karten nur über Zwischenhändler.

Auf dem Ticket steht in diesem Falle dann natürlich nicht der Name des Menschen, der das begehrte Stück Papier in einem russischen Reisebüro erworben hat. Kommt er dann zu festgelegter Stunde zum Spiel, kann ihm der Eintritt ins Stadion schlichtweg verweigert werden.

Karten sollten daher nur bei Agenturen erworben werden, die mit verschiedenen Sportkomitees zusammenarbeiten und deshalb an freie „offizielle“ Kontingente herankommen. Wie etwa das Reisebüro, in dem der Iswestija-Journalist nachgefragt hat. Für den ungehinderten Zugang ins Stadion muss der Kunde aber (siehe oben) sehr tief in die Tasche greifen. (sb/.rufo)