Montag, 15.03.2004

Georgische Behörden verhaften radikalen Priester

Ein Polizeigroßaufgebot verhaftete Priester Wassili (Foto: www.vesti.ru)
Moskau. Ein Großaufgebot der georgischen Sonderpolizei hat in Tiflis den radikalen Priester Wassili Mkalawischwili verhaftet. Etwa einhundert Anhänger des aus der orthodoxen Kirche ausgeschlossenen Geistlichen leisteten den Polizeikräften erbitterten Widerstand, berichtete das russische Staatsfernsehen. Achtzehn Menschen mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert werden.
Mkalawischwili, nachdem die Polizei seit mehreren Woche fahndete, muss sich wegen gewalttätiger Überfälle auf die baptistische Kirche in Tiflis und Versammlungen der „Zeugen Jehovas“ vor Gericht verantworten. Wiederholt hatte er auch öffentlich nicht-orthodoxe religiöse Literatur verbrannt. Kurz vor seiner Festnahme hatte er erklärt, er werde seinen „Kampf gegen die Feinde Georgiens und der Orthodoxie“ fortsetzen und sei bereit, vor seine Überzeugung ins Gefängnis zu gehen.

Der neue georgische Präsident erklärte, er sei für eine Stärkung der orthodoxen Kirche in Georgien, wolle aber keinen Extremismus zulassen. „Nirgendwo steht geschrieben, dass echte Christen andere Menschen mit Kreuzen verprügeln sollen“, sagte Saakaschwili nach Angaben des Internetportals religio.ru. Die georgische orthodoxe Kirche kritisierte die übermäßige Gewaltanwendung bei der Verhaftung ihres ehemaligen Priesters.

(epd/kp)