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Donnerstag, 22.02.2001
Glückwunsch: Tag der Armee, Tag der Deportationen
Moskau (rUFO / gim) Wenn Ihnen dieser Tage jemand ein fröhliches „Froher Feiertag!“ zuruft, dann ist damit der 23. Februar gemeint. Offiziell heute „Tag der Verteidiger des Vaterlandes“, früher „Tag der Sowjetarmee“ genannt. Inoffiziell als „Tag des Mannes“ als Vorwand zum Wodkakonsum genutzt. Im Kaukasus ein Tag der Trauer, weil am 23. 2. 1944 Stalin die Tschetschenen deportieren liess. Widersprüchlich, aber kein Tag des Militarismus.
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Der 23.Februar wurde auf Anweisung Stalins zum Feiertag erhoben. Am 23.Februar 1918 waren die ersten Abteilungen der Roten Armee aufgestellt worden, um die Oktoberrevolution gegen die unter General Hoffmann vorrückende Deutsche Reichswehr zu verteidigen. Am 23.2.18 hatte die Reichswehr Pskow eingenommen.
Der Tag hiess dementsprechend ursprünglich „Tag der Roten Armee“, wurde später in „Tag der Sowjetarmee und Kriegsmarine“ umbenannt.
Historiker streiten sich bis heute darüber, ob Stalin und Berija die Deportation der Tschetschenen mit Bedacht am 23.2. beginnen ließ. Seitdem trauern an diesem Tag die einen, während andere feiern.
Boris Jelzin versuchte, den Tag vom schlechten historischen Beigeschmack reinzuwaschen, indem er ihn in „Tag der Vaterlandsverteidiger“ umbenannte. Ebenso hatte Jelzin den Revolutionstag am 7.November in „Tag der Versöhnung und Eintracht“ umgetauft. Jelzin anerkannte damit auch an, dass es nicht durchsetzbar gewesen wäre, diese Feiertage ganz abzuschaffen.
Der Mehrheit der Russen ist es mittlerweile egal, wie der Tag heißt und unter welchen Fahnen er begangen wird. Hauptsache, man hat einen Grund zum Feiern.
Beim Militär wird der Tag mit Kantinen-Sonderrationen, Torten und Ordensverleihungen gefeiert. Auch das obligatorische Feuerwerk um 22.00 Uhr gehört dazu.
Entsprechende Feiertage gibt es für alle Berufsgruppen, so den „Tag des Feuerwehrmannes“, den „Tag der Lehrer“, „Tag der Waldarbeiter“, „Tag der Journalisten“, „Tag des Handels“, „Tag der Miliz“, „Tag des Tschekisten“ usw..
Der 23.Februar als solcher ist jedenfalls kein Beleg für zunehmende Militarisierung der russischen Gesellschaft. Eher für das Gegenteil.
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